Die störenden Kühe

Die störenden Kühe

Es ist die Zeit, in der Kameras noch Filmrollen für Schwarz-Weiß-Bilder haben. Das bedeutet: Bevor der Film nicht entwickelt ist, weiß der Fotograf nicht, ob seine Motive auch etwas geworden sind. Vor allem in der Sportfotografie ist das ein gravierender Nachteil. Einen Moment zu spät abgedrückt – und der Ball ist nicht im Bild. Das Objektiv etwas unscharf eingestellt – und die Szene, die durch die Linse erst so toll aussieht, ist später als Abzug und für den Abdruck in der Zeitung nicht zu gebrauchen.

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Das Problem mit der Ökumene

Das Problem mit der Ökumene

Es gibt kaum ein Thema, über das ein Redakteur im Laufe seines Journalistenleben nicht schreibt. Manchmal gehört auch ein kleiner „Etikettenschwindel“ dazu. Beispiel gefällig? Beim „Wolgaster Anzeiger“ hatten wir in der neu gegründeten Zeitung jeden Sonnabend auch das „Wort zum Sonntag“ im Blatt. Jede Woche schrieb auf Seite 2 ein evangelischer oder katholischer Geistlicher einen Beitrag zum Miteinander oder zu einem Bibeltext.

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Der Aprilscherz

Der Aprilscherz

Es ist März 1990. Seit wenigen Tagen bin ich Volontär beim SonntagsReport in Leer. Ich habe das Glück, dass gleich zu Beginn der Ausbildung die Planung für die nächste Ausgabe machen zu dürfen. Der Blick fällt auf den Kalender: Der nächste Sonntag ist der 1. April…

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Echter Sex im Kino

Echter Sex im Kino

Es ist bis heute eine der „schmuddeligsten“ Geschichten in über 35 Jahren Journalismus: die Story über echten Sex in zwei Leeraner Erotikkaufhäusern.

Im Januar 2009 „landet“ diese Information in der Redaktion von „Ostfriesland Kompakt“: Mitten in der Leeraner Innenstadt gäbe es zwei Erotikkaufhäuser, die nicht nur in einem Kino „Schmuddelfilme“ zeigen, sondern wo auch Prostituierte echten Sex anbieten.

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Der Briefeschreiber

Der Briefeschreiber

Es ist das Jahr 2008. In wenigen Wochen soll beim Kreissporttag des Kreissportbundes Leer (KSB) der Vorstand in seinem Amt bestätigt werden. Dann flattert mit – wie fast immer – anonym ein Schriftverkehr ins Haus. Da soll doch der Vorsitzende des KSB, Bernd Lüning (Hesel) in den vergangenen Jahren Vorstandskollegen und Politiker, die ihm nicht wohlgesonnen waren, bei den jeweiligen Arbeitgebern – bitte den Ausdruck entschuldigen – „angeschissen“ haben. Und Herr Lüning soll – so zeigen die weiteren Recherchen – ein Wiederholungstäter sein…

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Der Kreistagsbeschluss

Der Kreistagsbeschluss

Aufgabe eines Redakteurs ist es, das Leben mit allen seinen Facetten (kritisch) zu begleiten. Er ist in der Zuschauerrolle und darf mit wertenden Kommentaren Anregungen geben, aber sollte selbst nie aktiver Akteur sein. Manchmal kommt es anders…

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Dieter Eilts und das weinrote Jackett

Dieter Eilts und das weinrote Jackett

Es ist einer der Tage, die du als Reporter nicht vergisst. 1991. Berlin. Das DFB-Pokalfinale steht an. Schon die Fahrt mit dem Auto von Wolgast in Vorpommern nach Berlin ist ein Abenteuer. Navigationssysteme gibt es noch nicht. In Berlin ist die Beschilderung noch durch die nicht einmal zwei Jahre zuvor niedergerissene innerdeutsche Grenze geprägt. Es gibt keine Hinweise, wie man aus dem Osten durch die Stadt zum Stadion kommt.

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Der Fake-Rücktritt

Der Fake-Rücktritt

Es ist Frühjahr 1991 in wilden Osten. Telefon gibt es (fast) nicht und so manche journalistische Geschichte kommt dahergelaufen. So auch an diesem Morgen. In unserem kleinen Büro in Wolgast stehen zwei, die sich als Ratsmitglieder bzw. Fraktionsvorsitzende der kleinen Gemeinde Trassenheide vorstellen. Sie wollen mir von der Ratssitzung vom Vorabend berichten. Wir nähern uns dem Thema an. Beide erzählen fröhlich drauflos und berichten, dass am Abend zuvor der Bürgermeister Helmut Kaliebe von seinem Amt zurückgetreten ist. Das Duo liefert tolle Zitate, erzählt übereinstimmend schlüssig, es könnte ein spannender Bericht werden. Natürlich versuche ich auch den besagten (Ex)-Bürgermeister irgendwie zu erreichen. Ich fahre in den Ort auf der Insel, treffe ihn aber nicht an. Nun gut, denke ich, über seine Reaktion und seine Begründung für den Rücktritt kann ich auch noch am nächsten Tag schreiben. Also erscheint die Geschichte auf der Titelseite des Wolgaster Anzeiger…

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Das kleine Polizeirevier

Das kleine Polizeirevier

Es ist April 1990. Ich habe die ersten Wochen als Volontär beim SonntagsReport hinter mir. Die Zeiten sind spannend, die Themenlage überschaubar. Die Termine, die in dieser Woche auf dem Tisch liegen, versprechen auch nichts Besonderes. Einer davon lautet: Besuch des SPD-Sicherheitsexperten im Niedersächsischen Landtag, Horst Milde, bei der Polizei in Rhauderfehn. Nun gut, fahre ich halt mal hin. Ich bin der erste Journalist, der vor Ort ist – und auch kein weiterer kommt an diesem Tag.

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Platte Nasen bei der Lebenshilfe

Platte Nasen bei der Lebenshilfe

Es ist Herbst 1990. Bevor es für mich in den „wilden Osten“ nach Wolgast gehen soll, arbeite ich für zwei Monate als Volontär für die Rheiderland-Zeitung – vor allem im Sport. Dann steht für das Lokal ein Termin bei der Lebenshilfe in Leer an. Dort wird an der Groninger Straße ein neues Wohnheim gebaut. Ich kenne die Lebenshilfe, habe dort in der Werkstatt meinen Zivildienst abgeleistet. Also bekomme ich den Auftrag, über diesen Termin zu schreiben. Treffpunkt ist die Baustelle. Die vielen Ehrengäste führt an der Spitze der damalige Sozialminister Walter Hiller (SPD). Die Reden zur Eröffnung sind so, wie ich es erwartet habe. Das neue Wohnheim mitten in der Stadt sei ein gelungenes Beispiel für die Integration der behinderten Menschen (von Menschen mit Handicap sprach damals noch keiner). Nach Teil 1 beim künftigen Albertus-Böse-Hauses (es wird im September 1991 eröffnet) wird in die Zentrale am Großen Stein eingeladen. Dort soll es auch – es ist Mittagszeit – eine Kleinigkeit geben.

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